Das Ministerkabinett der Ukraine hat die Verordnung Nr. 1130 vom 17. September 2026 über die Eröffnung eines neuen internationalen Straßenübergangs an der Grenze zu Rumänien verabschiedet. Der Grenzübergang „Bila Tserkva – Sighetu Marmatiei“ wird rund um die Uhr arbeiten und soll den benachbarten, kritisch überlasteten Korridor „Solotvyno – Sighetu Marmatiei“ entlasten.
Betriebsordnung und Überquerungsregeln
Der neue Kontrollpunkt befindet sich im Dorf Bila Tserkva (Bezirk Tjatschiw, Oblast Transkarpatien) rund um die neue Straßenbrücke über den Fluss Theiß.
In der Anfangsphase wird die Einrichtung mit strengen logistischen Beschränkungen betrieben:
- Erlaubt: Ausschließlich der Verkehr von Personenkraftwagen mit einer zulässigen Gesamtmasse von bis zu 3,5 Tonnen.
- Verboten: Durchgang von Fußgängern, Reisebussen und Lastkraftwagen.
- Kapazität: Es wird mit der Abfertigung von bis zu 600–700 Pkw pro Tag im 24/7-Modus gerechnet.
Inbetriebnahme im Rahmen einer Übergangsregelung
Die rechtliche Grundlage für die Eröffnung bildete ein bilaterales zwischenstaatliches Abkommen in Form eines Notenwechsels vom 19. August 2026. Die Regierung erlaubte die Inbetriebnahme der Anlage als rechtliche Ausnahme von der allgemeinen Verordnung über Grenzübergänge, ohne auf die 100-prozentige Fertigstellung der Massivbauten zu warten, um den Grenzverkehr sofort zu entlasten.
Die Zoll- und Grenzabfertigung erfolgt derzeit über temporäre modulare Bauten und Container. Die Auftragnehmer haben bereits die Erschließungsstraßen, Fahrspuren und Kontrollzonen eingerichtet, das Ufer befestigt und die notwendigen Versorgungsleitungen verlegt. Der staatliche Grenzschutzdienst und der staatliche Zolldienst wurden angewiesen, das Personal direkt vor Ort auf der Baustelle einzusetzen.
Projektperspektiven und strategische Bedeutung
Die vollständige Fertigstellung des groß angelegten Infrastrukturkomplexes ist für November 2027 geplant. Das Projekt zur regionalen Integrationsentwicklung mit einem Budget von über 842.000 Euro (einschließlich EU-Mitteln) sieht die Erweiterung der Brücke und eine umfassende Rekonstruktion der angrenzenden Fernstraße T-07-37 (Chust – Schajan – Wyschkowo – Buschtyno) vor. Nach der finalen Übergabe wird der Kontrollpunkt in der Lage sein, täglich 400 Lkw und 80 Busse abzufertigen.
Die Inbetriebnahme des Übergangs „Bila Tserkva – Sighetu Marmatiei“ ist ein wichtiger Schritt zum Ausbau der westlichen Logistik. Dies ist bereits der fünfte Straßenübergang an den Grenzen zu EU-Ländern, der seit Beginn der groß angelegten Invasion eröffnet wurde (nach „Dyakivtsi“, „Krasnoilsk“, „Nyzankovychi“ und „Velika Palad“). Der Ausbau geschützter westlicher Routen ist angesichts der systematischen russischen Angriffe auf die Logistikinfrastruktur im Süden der Ukraine (insbesondere der jüngsten Drohnenangriffe auf die Übergänge „Orlivka“ und „Starokozache“) von kritischer Bedeutung.
Quelle: Ministerkabinett der Ukraine
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